Durch Zufall ist mir die Februarausgabe von “Der Feinschmecker” in die Hände gefallen. Diese altbekannte Zeitung über die gute Küche.
Neugierig wie ich bin und natürlich beschäftige ich mich auch mit Essen und Trinken habe ich mir die Zeitschrift angeschaut. Gelesen wäre zuviel gesagt, denn obwohl ich wirklich normalerweise Zeitschriften von A bis Z durchlese, habe ich hier nur durchgeblättert. So wenig haben mich die Titel angesprochen, so wenig konnte ich mit den Themen anfangen.
Doch das wichtigste bei diesen “Kochzeitschriften” sind ja eh die Rezepte und nicht die Reportagen.
Hm was soll ich sagen, nur ein einziges Rezept und zwar der Apfelstrudel, hat mich angesprochen. Doch den habe ich auch bereits in anderen Kochbüchern gefunden. Ansonsten waren die Rezepte alle zu aufwändig, zu wenig alltagstauglich, zu sehr “SchnickSchnack”. Oft müsste man schon fast eine Bank überfallen um überhaupt die Zutaten kaufen zu können. Und familientauglich? Nur der Apfelstrudel.
Die Rezepte wären vielleicht dann interessant, wenn ich den Chef meines Mannes bewirten müsste, doch auch dann würde ich lieber auf ein althergebrachtes gutes Rezept von mir zurückgreifen als nun mit Trüffeln, sot-l`y laisse (“Pfaffenschnittchen” , kleine dunkle Hühnerfiletstücke rechts und links des Rückenknochens nur auf Vorbestellung beim Geflügelhändler zu bekommen) Originalzitat von Seite 64 des Fenschmeckers 2/2011 oder 18 Jahre alten Balsamico.
Klar doch. Oder ich setze dies am besten meinen Kindern jeden Abend vor.
Nein, mit diesem Hochglanzmagazin kann ich ehrlich nichts anfangen.
Vielleicht bin ich auch nicht ganz objektiv. Vielleicht bin ich ein Banause? So oder so ähnlich klingt es in dem Artikel auf Seite 14 durch. “Geschmackssache – Die Landplage greift um sich” Hier mokiert sich der Autor Jürgen Dollase darüber, dass diese Zeitschriften über Landleben etc immer mehr werden und anscheinend auch gekauft werden. Auch hier habe ich schon einige Zeitschriften gelesen – und diesmal wirklich gelesen und ich muss sagen es gibt für mich einen eindeutigen Unterschied, eigentlich sogar mehrere:
- die Rezepte sind nachkochbar
- es wird mit regionalen Zutaten gekocht und meist sogar noch in der Saison
- dadurch verringern sich die Transportwege, es ist ökologischer und sprengt nicht gleich den Geldbeutel
- es handelt sich hierbei meist um Menschen wie Du und ich und nicht um 4 Sterne-Küche
Ja, diese Zeitungen sprechen mich Banausen wohl mehr an, obwohl hier auch nicht alles Gold ist was glänzt. Es gibt auch hier schwarze Schafe, die im November über Zucchiniblüten schreiben oder ein wenig auf Schickimicki machen oder das Landleben in den rosigsten Tönen malen. Das ist genauso fehl am Platz wie der Feinschmecker auch. Doch es gibt eben auch die positiven Ausnahmen. Mit interessanten Reportagen, zur Jahreszeit passenden Rezepten und Dekotipps. Oft mit einfachen und günstigen Mitteln. Ja die sprechen mich an. Ich möchte meine Familie gut und günstig, aber gesund ernähren. Bio wäre toll aber nicht immer leistbar, also suche ich nach Alternativen und das sind eben oft die regionalen Angebote, wie etwa die alten Gemüsesorten. Es ist für mich interessant zu erfahren, wie manche Menschen altes Handwerk erhalten, selbst einen Gemüsegarten pflegen und optimieren und wie man mit dem Wahnsinn bei der Gentechnik, “pseudowichtigen” Gewürzen wie HimalayaSalz etc. umgeht.
Nein ich bin mit meiner Meinung wohl nicht alleine – oder?
Wie sieht ihr das?